#148 – Pubertät & ADHS: Wie Eltern Teenager loslassen und gleichzeitig Halt geben – Gespräch mit Expertin Melanie Klefeldt
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Weitere Informationen 'Pubertät & ADHS: Wenn das Familienboot durch hohe Wellen muss – und du trotzdem Kapitänin bleiben darfst
Kennst du dieses Gefühl, wenn du mitten im Familienalltag stehst und plötzlich denkst: „Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr“?
Genau so fühlt sich Pubertät oft an – und wenn dann noch ADHS (oder Autismus oder beides) dazukommt, ist es manchmal wie eine Schiffsfahrt bei ordentlich Wellengang: laut, emotional, unberechenbar … und gleichzeitig voller Entwicklung, Nähe und richtig viel Wachstum.
In dieser Podcastfolge von „Chaos, Herz & Wachstum“ habe ich mit Melanie Klefeld gesprochen – und ich sag’s dir ehrlich: Dieses Gespräch hat mich berührt wie nur wenige in den letzten Monaten. Es geht nicht um schnelle Tipps. Es geht um Orientierung. Um Verbindung. Und um dieses leise, starke Gefühl: „Ich bin nicht falsch. Mein Kind ist nicht falsch. Wir sind mitten in Umbauarbeiten.“
(Und ja: Melanies Buch ist ein Geschenk – dazu gleich mehr.)
Höre dir jetzt hier die ganze Folge an 🎙️👂
Zwei Bilder, die bei mir hängen geblieben sind: Wolke & Boot
Melanie startet ihr Buch mit zwei Metaphern – und ich war sofort drin.
Die Wolke:
Dieser Moment, in dem ich kurz rauszoome. Abstand gewinne. Nicht, um kalt zu werden – sondern um klarer zu sehen. Wenn ich hoch auf die Wolke steige, kann ich die Situation sortieren:
Was ist gerade wirklich los? Was ist Pubertät? Was ist ADHS? Was ist Stress? Was ist Überforderung? Und: Was brauche ich eigentlich gerade?
Das Boot:
Und dann wieder zurück in die Realität – dahin, wo wir wirklich sind: im Boot. Mit unserem Teenager. Mit all den Wellen. Mit Gischt im Gesicht. Und mit Entscheidungen, die wir treffen müssen – auch wenn unser Kind sie gerade komplett unfair findet.
Ich liebe, wie Melanie das sagt: Wir Eltern sind die Kapitän:innen. Unsere Kinder dürfen ans Steuerrad – aber nicht immer mit beiden Händen. Manchmal müssen wir halten. Aushalten. Und gleichzeitig verbunden bleiben.
Dieses Bild hat bei mir richtig was gelöst.
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„Erwarte nicht, dass dein Kind es toll findet.“ – und trotzdem darfst du klar bleiben
Ich musste im Gespräch an einen Gedanken denken, der mich schon lange begleitet:
Wenn ich etwas nicht möchte (zum Beispiel Social Media, das noch nicht passt), dann darf ich klar sein – ohne zu erwarten, dass mein Kind das feiert.
Das ist so ein wichtiger Shift:
Nicht kämpfen. Nicht „durchsetzen um jeden Preis“. Sondern: Klarheit + Beziehung.
Und ja: Da kommen Gefühle. Enttäuschung. Wut. Tränen. „Das ist unfair!“
Das ist die Gischt. Und die darf da sein.
Warum Aufklärung über ADHS so ein Schutzfaktor ist
Ein Satz aus Melanies Buch ist für mich ein echter Anker:
„Eine altersgerechte Aufklärung über diese andere, besondere Funktionsweise des Gehirns ist die Grundlage für ein gutes Selbstwertgefühl.“
Und ich weiß: Vor zehn Jahren hätte ich bei diesem Satz vielleicht gezögert. Heute denke ich: Ja. Genau.
Weil so viele Kinder innerlich längst eine Geschichte über sich entwickelt haben – oft eine harte:
„Ich bin faul.“ – „Ich bin dumm.“ – „Mit mir stimmt was nicht.“
Und wenn dann plötzlich da ist:
„Ah. Mein Gehirn funktioniert anders.“
… dann entsteht Raum. Würde. Selbstmitgefühl.
Melanie beschreibt es so treffend: Die Stempel kommen oft sowieso – von außen. „Zappelphilipp“, „Sensibelchen“, „Heulsuse“, „Störenfried“…
Die Frage ist: Haben wir innen eine Erklärung, die trägt?
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Pubertät im ADHS-Gehirn: Umbauarbeiten im präfrontalen Kortex
Wir sind im Gespräch auch richtig tief in die Gehirnentwicklung eingestiegen – und das ist (für mich als neurodivergentes Gehirn) nicht nur spannend, sondern entlastend.
In der Pubertät passiert ein massiver Umbau. Vor allem im präfrontalen Kortex – also da, wo Dinge wohnen wie:
-
Impulskontrolle
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Selbstorganisation & Struktur
-
Emotionsregulation
-
Zeitgefühl
-
„rationaler Verstand“ (zumindest so ungefähr 😉)
Und wenn dieser Bereich bei ADHS sowieso schon verzögert reift, dann kann sich die Lücke in der Pubertät noch größer anfühlen. Manche Eltern erleben das wie Rückschritte:
„Letzte Woche ging es doch noch!“
Ja. Und diese Woche ist das Gehirn vielleicht: „Wegen Umbauarbeiten geschlossen.“
Ich musste so lachen, weil ich genau das kenne. Und Melanie auch.
20.000 negative Kommentare mehr – und warum jeder einzelne Satz zählt
Höre dir jetzt hier die ganze Folge an 🎙️👂
Eine Stelle im Gespräch hat mich richtig still gemacht:
Kinder mit ADHS hören bis zum 10. Geburtstag (grob geschätzt) deutlich mehr negative Kommentare als neurotypische Kinder.
Und da trifft etwas ganz Tiefes:
Es kommt wirklich auf jeden Satz an, den wir nicht sagen.
Auf jedes „Was ist denn schon wieder los mit dir?!“, das wir uns verkneifen.
Nicht, weil wir perfekte Eltern sein müssen – sondern weil es einen Unterschied macht.
Peergroup, Masking, Mobbing: Wenn dazugehören überlebenswichtig wird
Pubertät heißt auch: Peergroup wird riesig.
Und gleichzeitig sind ADHS-Teens oft…
-
impulsiver
-
emotional schneller überflutet
-
leichter missverstanden (und missverstehen auch schneller)
-
schneller in Konflikten
-
gefährdet fürs Masking („Ich darf nicht auffallen, sonst fliege ich raus.“)
Melanie spricht auch über Mobbing – und zwar in beide Richtungen: ADHS-Teenies sind häufiger betroffen, können aber auch selbst in Täter-Dynamiken rutschen. Nicht, weil sie „schlecht“ sind – sondern weil Regulation, Impulssteuerung und Gruppendruck eine explosive Mischung sein können.
Diese Passagen sind so wertvoll, weil sie nicht beschämen – sondern erklären. Und dann handlungsfähig machen.
Höre dir jetzt hier die ganze Folge an 🎙️👂
Und dann wird es persönlich: Melanies Weg – und warum er mir Hoffnung macht
Was mich wirklich berührt hat: Wie Melanie erzählt, wo sie herkommt. Wie anstrengend Schule war. Wie viel sie aufgearbeitet hat. Und wie sehr sie heute steht – klar, klug, warm.
Ich hatte sie vor einigen Monaten live erlebt (oder eher: die Wirkung ihres Vortrags gespürt) – und dieses Gefühl war sofort wieder da:
Das hier ist Kompetenz mit Herz.
Und das ist auch das, was ich dir mitgeben will:
Unsere Kinder können ankommen.
Nicht trotz Neurodivergenz – sondern mit ihr. Mit ihren Spezialinteressen. Ihrer Genialität. Ihrer Intensität. Ihrem Fokus. Ihrem Eigensinn.
Dieses Buch ist ein Kompass: „Ich lasse dich los und gebe dir Halt“
Melanies Buch heißt:
„Ich lasse dich los und gebe dir Halt – Teenager mit ADHS liebevoll und klar durch die Pubertät begleiten“
Und ich kann dir wirklich sagen: Es fühlt sich an wie…
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eine Seekarte, wenn du gerade im Nebel fährst
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ein Kompass, wenn du dauernd an dir zweifelst
-
und ein sanfter Reminder: „Du darfst Kapitänin sein – ohne hart zu werden.“
Ich empfehle es dir von Herzen. (Und ja: unbedingt vorbestellen.)
Wenn du gerade mitten im Wellengang steckst…
… dann nimm dir diese Folge. Hör sie beim Spazierengehen. Oder wenn du abends kurz auf dem Sofa sitzt und merkst: „Ich brauche heute Halt.“
Höre dir jetzt hier die ganze Folge an 🎙️👂
Und wenn du merkst, dass euch Orientierung fehlt:
Ich begleite dich auch 1:1 – und wenn Pubertät bei euch noch nicht da ist, dann leg dir jetzt schon ein stabiles Fundament: Mein Beziehungsbooster ist genau dafür da.
Und wenn Einschulung/Schule bei euch Thema wird: Trag dich unbedingt in meinen Newsletter ein – ich bereite gerade richtig gute Dinge vor.
Höre dir jetzt hier die ganze Folge an 🎙️👂
Hör-Einladung an dich
Wenn du dir wünschst, dein Kind liebevoll und klar durch diese Zeit zu begleiten – ohne dich selbst zu verlieren – dann ist diese Episode für dich.
💛 Du machst das gut.
Und du musst nicht allein Kapitänin sein.
Höre dir jetzt hier die ganze Folge an 🎙️👂
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Melanie Klefeld
Melanie Klefeld ist ADHS-Expertin, Autorin und eine der fundiertesten – zugleich menschlichsten – Stimmen, wenn es darum geht, neurodivergente Teenager durch die Pubertät zu begleiten. Mit beeindruckender Fachkenntnis (und spürbarem Herz) übersetzt sie Studien, Diagnostik und neurobiologische Zusammenhänge so, dass Eltern nicht nur „mehr wissen“, sondern sich endlich auch weniger falsch fühlen. Melanie verbindet wissenschaftliche Klarheit mit starken Bildern und echter Alltagstauglichkeit – und zeigt, warum es in dieser Lebensphase nicht um Kampf, sondern um Kompass, Beziehung und Regulation geht.
Was sie besonders macht: Sie spricht nicht nur über Neurodivergenz – sie kennt sie von innen. Als neurodivergente Frau (ADHS & Autismus), Mama eines neurodivergenten Teenagers und langjährige Begleiterin von Familien, Fachkräften und Schulen bringt sie Perspektiven zusammen, die selten so stimmig ineinandergreifen. Ihre Mission: Eltern ermutigen, Kapitän:innen zu bleiben – liebevoll, klar und verbunden – damit Jugendliche mit ADHS (und Autismus) ihren Weg finden können, ohne sich dabei zu verlieren.
ℹ️ Website von Melanie
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