#153 – Zwischen Nein und Nähe – Bedürfnisorientiert bleiben in
stressigen Alltagssituationen – im Gespräch mit Romina Alberti
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Weitere Informationen 'Zwischen Nein und Nähe – warum „anders machen“ sich manchmal so schwer anfühlt
Ich glaube, dieser Wunsch begleitet viele von uns, sobald wir Eltern werden: Wir wollen es anders machen. Nicht härter, nicht kälter, nicht mit Druck, Strafen oder diesem ständigen Funktionieren-Müssen, das so viele von uns selbst erlebt haben. Wir wünschen uns Beziehung statt Machtkämpfe, Verbindung statt Gehorsam, echtes Miteinander statt bloßem „Durch den Alltag kommen“. 💛
Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen sich genau das plötzlich unglaublich weit weg anfühlt.
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Wenn gute Absichten plötzlich nicht mehr tragen
Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Situation mit meinem Kind, damals ungefähr drei Jahre alt. Es war Frühling, die Wiesen waren nass, und mein Kind wollte unbedingt aufs Trampolin. Natürlich ohne Gummistiefel. Ich wollte es gut machen. Ich wollte ruhig bleiben, verständnisvoll sein, bedürfnisorientiert reagieren. Ich habe freundlich gesprochen, erklärt, angeboten, mich bemüht, weich zu bleiben.
Und dann kippte es.
Der Papa kam dazu, es wurde unruhiger, ich habe mich eingemischt — und plötzlich war da kein Raum mehr für all das, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Mein Kind weinte, wir waren angespannt, und in mir blieb vor allem dieses Gefühl zurück:
Ich wollte es doch anders machen. Warum fühlt es sich dann so orientierungslos an? 😔
Genau an diesem Punkt hat mich das Gespräch mit Romina Alberti so abgeholt.
Der Wunsch ist da – aber wo ist der Weg?
Romina ist Soziologin, Autorin und vielen durch ihren Account „anders machen“ bekannt. Und ich glaube, was sie so besonders macht, ist, dass sie genau dieses Spannungsfeld so klar benennen kann: Wir spüren oft sehr genau, wie wir es nicht mehr wollen. Aber wenn es konkret wird, fehlt uns die Orientierung.
Denn natürlich wissen wir heute viel mehr über Beziehung, über Bedürfnisse, über Regulation. Wir wollen nicht mehr strafen, nicht mehr beschämen, nicht mehr einfach nur „durchziehen“. Und gleichzeitig stehen wir dann im Alltag — morgens, wenn es schnell gehen muss, nachmittags wenn alle müde sind, abends wenn der eigene Akku leer ist — und merken:
Jetzt brauche ich mehr als eine Haltung.
Jetzt brauche ich Halt.
„Anders machen“ ist ein unglaublich wichtiger Anfang.
Aber es ist noch kein Weg.
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Zwischen zwei Extremen – und nirgendwo richtig
Gerade im Familienalltag geraten wir oft genau zwischen zwei Pole.
Entweder wir greifen in Stressmomenten doch wieder zu alten Mustern — werden lauter, strenger, kontrollierender, als wir eigentlich sein wollten.
Oder wir versuchen, alles aufzufangen, alles auszuhalten, alles möglichst sanft zu lösen und merken dabei gar nicht, wie wir uns selbst verlieren.
Und beides führt selten dahin, wo wir eigentlich hinwollen: in echte Verbindung.
Wenn „ich will es gut machen“ zu viel wird
Ein Gedanke von Romina ist mir besonders hängen geblieben. Sie beschreibt Situationen aus ihrem Alltag — Pfannkuchen machen, Eis essen, eigentlich schöne Momente — die genau dann eskaliert sind, wenn sie innerlich längst über ihre eigenen Grenzen gegangen war.
Und ich glaube, genau da liegt etwas, das wir oft übersehen.
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Es scheitert nicht daran, dass wir zu wenig geben.
Sondern oft daran, dass wir zu viel geben. 😮💨
Wir wollen es besonders gut machen. Besonders liebevoll. Besonders bewusst.
Und merken erst zu spät, dass unsere eigenen Ressourcen längst aufgebraucht sind.
Und dann kippt es.
Kinder sind Menschen – und wir auch
Vielleicht war das für mich einer der wichtigsten Punkte aus dieser Folge:
Dieser eine Satz:
👉 Kinder sind Menschen.
Und so selbstverständlich er klingt — er verändert alles.
Denn plötzlich geht es nicht mehr darum, Verhalten zu steuern oder Situationen zu kontrollieren.
Sondern darum, einem Menschen zu begegnen.
Und wenn wir ehrlich sind, gehört noch ein zweiter Teil dazu:
👉 Wir sind es auch.
Mit eigenen Grenzen. Mit eigenen Bedürfnissen. Mit Momenten, in denen wir nicht mehr können.
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Ein innerer Kompass statt perfekter Lösungen
Was mir an Rominas Ansatz so gut gefällt: Es geht nicht um perfekte Lösungen oder starre Methoden. Es geht um Orientierung.
Um eine leise, innere Ausrichtung für die Momente, in denen es unruhig wird.
Nicht im Sinne von: „Wenn dein Kind X macht, dann sag Y.“
Sondern eher wie ein inneres Nachspüren:
Worum geht es hier eigentlich gerade wirklich?
Ist das gerade wirklich eine Gefahr — oder fühlt es sich nur so an?
Was ist beim Kind los?
Und was ist eigentlich bei mir los?
Allein diese Fragen verändern oft schon so viel.
Weil sie uns raus aus dem Reagieren holen — und zurück ins Wahrnehmen.
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Was hinter den Worten deines Kindes steckt
Ich musste während unseres Gesprächs an eine Situation denken, die viele Eltern kennen: Das eigene Kind wird laut, sagt Dinge wie „Du bist doof“ oder „Ich hasse dich“.
Und sofort ist da dieser Impuls — etwas zu tun.
Zu reagieren. Es zu stoppen. Es zu korrigieren.
Oder auf der anderen Seite: es herunterzuspielen, nicht so ernst zu nehmen.
Aber beides geht oft am eigentlichen Punkt vorbei.
Denn diese Worte sind selten das eigentliche Problem.
Sie sind eher das, was sichtbar wird.
Die eigentliche Frage ist eine andere:
Was steckt dahinter? ❤️🩹
Und genau diese Perspektive verändert Beziehung.
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Vielleicht geht es gar nicht darum, alles richtig zu machen
Während ich diese Folge aufgenommen habe, wurde mir wieder einmal klar, dass dieses „anders machen“ oft ganz anders aussieht, als wir es uns am Anfang vorstellen. Es ist kein Zustand, den wir irgendwann erreichen und dann abhaken können. Es ist eher etwas, das sich immer wieder bewegt — je nach Situation, je nach Tagesform, je nachdem, wie viel wir gerade tragen können.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, der so oft übersehen wird.
Dass es nicht darum geht, immer ruhig zu bleiben. Nicht darum, immer die richtigen Worte zu finden oder jede Situation perfekt zu begleiten. Sondern darum, in all dem immer wieder einen Weg zurückzufinden.
Wenn es kippt – und wir uns selbst verlieren
Ich merke das bei mir immer wieder in genau diesen Momenten, in denen es kippt. Wenn ich eigentlich anders reagieren wollte und es nicht geschafft habe. Wenn ich laut geworden bin oder mich verloren habe oder einfach nur gemerkt habe, dass gerade alles zu viel ist.
Früher wäre ich genau an diesen Stellen sehr hart mit mir gewesen. Hätte gedacht, ich habe es nicht geschafft, ich bin wieder in alte Muster gerutscht.
Heute fühlt es sich anders an.
Nicht, weil ich alles besser mache. Sondern weil ich anders damit umgehe.
Ich schaue hin. Ich nehme wahr, was da eigentlich los war. Ich gehe nochmal in Verbindung — mit meinem Kind, aber auch mit mir. Und oft entsteht genau in diesen Momenten etwas, das viel ehrlicher ist als jede „perfekte“ Reaktion es jemals sein könnte.
Was Kinder wirklich brauchen
Vielleicht ist es genau das, was Kinder wirklich brauchen.
Keine perfekten Strategien. Keine durchdachten Konzepte für jede einzelne Situation. Sondern ein echtes Gegenüber. Jemanden, der sie sieht, der sie ernst nimmt — und der gleichzeitig auch sich selbst nicht komplett aus dem Blick verliert.
Denn Kinder spüren das. Sie merken, ob wir da sind. Wirklich da sind. Oder ob wir versuchen, etwas „richtig“ zu machen.
Zurückfinden statt perfekt sein
Und vielleicht liegt genau darin diese leise Entlastung, die ich aus dieser Folge so stark mitgenommen habe: Dass wir nicht perfekt sein müssen, um es anders zu machen. Dass es nicht darum geht, nie zu scheitern oder nie an unsere Grenzen zu kommen.
Sondern dass es reicht, immer wieder zurückzugehen.
Zurück in die Beziehung.
Zurück ins Verstehen.
Und zurück in diesen Moment, in dem wir sagen können:
Ich sehe dich. Und ich bleibe. 💛
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Und vielleicht ist genau das dein nächster Schritt
Und wenn du dich in diesen Gedanken wiedererkennst, wenn du spürst, dass du genau in diesem Spannungsfeld zwischen Nähe und Grenze unterwegs bist, dann lohnt es sich wirklich, in diese Folge reinzuhören.
Nicht, weil du danach alles anders machst — sondern weil sich vielleicht etwas in dir sortiert.
Ein bisschen mehr Klarheit.
Ein bisschen mehr Verständnis.
Und vielleicht genau dieses Gefühl, das wir alle manchmal brauchen:
Du bist nicht allein damit.
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Romina Alberti
Romina Alberti ist Soziologin, Autorin und eine klare, zugleich sehr nahbare Stimme für Eltern, die spüren, dass sie mit ihren Kindern einen anderen Weg gehen möchten – und dabei immer wieder an ihre eigenen Grenzen stoßen.
Mit ihrem Buch „Zwischen Nein und Nähe“ zeigt sie, dass es nicht reicht, es einfach nur anders machen zu wollen. Sie beschreibt ehrlich und differenziert, wie herausfordernd es im Alltag sein kann, zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen des Kindes zu navigieren, ohne sich selbst oder die Beziehung zu verlieren.
Romina verbindet persönliche Erfahrungen mit einem soziologischen Blick auf Erziehung und gesellschaftliche Prägungen. Dadurch macht sie sichtbar, warum viele Eltern sich zwischen innerem Anspruch und äußeren Erwartungen aufreiben – und wie ein eigener, stimmiger Weg entstehen kann.
Ihre Mission: Eltern Orientierung geben, wenn es unübersichtlich wird, und sie darin stärken, Beziehung nicht perfekt, sondern echt und lebendig zu gestalten.
Website: https://kindheit-anders-machen.de/
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