#151 „Ich bin nicht eure Feelgood-Managerin – warum
Mütter nicht für alle Gefühle verantwortlich sind im –
Gespräch mit Laura Fröhlich“
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Weitere Informationen 'Ich bin nicht mehr eure Feel-Good-Managerin – warum emotionale Arbeit uns erschöpft und was sich ändern darf
Es gibt Themen, die tauchen in meinen Beratungen immer wieder auf. Nicht unbedingt, weil Eltern sie von Anfang an so benennen würden. Sondern weil sie sich nach und nach zeigen — unter dem, womit jemand eigentlich kommt.
Da ist zunächst eine Frage wie:
„Wie bleibe ich ruhiger, wenn mein Kind wütend wird?“
Oder: „Wie kann ich meinem Kind etwas besser erklären?“
Und nach ein paar Minuten wird oft spürbar, worum es eigentlich geht.
Um Halten. Um Regulieren. Um diese unsichtbare emotionale Arbeit. Um das Gefühl, für alle da zu sein — und gleichzeitig kaum gefragt zu werden, wer eigentlich für dich da ist.
Fast immer fällt dann irgendwann dieser Satz:
„Dann habe ich wohl etwas falsch gemacht. Ich muss mich wohl noch mehr anstrengen.“
Aber genau darum geht es nicht.
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Das ist kein persönliches Versagen
Dass so viele immer wieder in genau diese Rolle geraten — in die Rolle der Person, die Stimmungen auffängt, Konflikte glättet, Bedürfnisse erspürt, vorausahnt, mitträgt und ausbalanciert — ist kein individuelles Problem.
Es hat Struktur. Es ist sozial gelernt. Es wird gesellschaftlich und familiär verstärkt. Und häufig wird es durch Scham aufrechterhalten.
Wenn du dich darin wiedererkennst, dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen dafür, dass du sehr viel trägst.
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Was emotionale Arbeit eigentlich ist
Über Mental Load wird inzwischen zum Glück öfter gesprochen: über das Planen, Erinnern, Organisieren, Strukturieren. Doch das ist nur ein Teil.
Hinzu kommt die emotionale Arbeit.
Zum Beispiel:
– die Gefühle deines Kindes mittragen
– Spannungen in der Familie früh wahrnehmen und ausgleichen
– in Konflikten vermitteln, bevor sie eskalieren
– dich selbst ständig hinterfragen: War ich zu laut? Zu ungeduldig? Zu viel?
– die Stimmungen der Großeltern, der Schule oder des Umfelds mitdenken
– Grenzen spüren — und sie trotzdem nicht leben
Diese Arbeit kostet Kraft. Sehr viel Kraft.
Und das Problem ist nicht, dass sie wertvoll wäre — das ist sie. Co-Regulation ist wichtig. Beziehung ist wichtig. Gefühle zu begleiten ist wichtig.
Das Problem ist, dass diese Arbeit so oft stillschweigend auf bestimmte Schultern gelegt wird. Und dass sie dabei häufig unsichtbar bleibt.
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Warum Übergänge all das wie unter einem Brennglas zeigen
Rund um den Schulstart wird das besonders deutlich. In solchen Phasen leisten viele Eltern emotional enorm viel.
Da ist der Druck von außen, das Kind „schulfit“ zu machen.
Da sind Erwartungen der Schule.
Da ist die Unsicherheit, ob man genug vorbereitet hat.
Und oft kommen plötzlich auch die eigenen Schulerfahrungen wieder hoch — Erinnerungen, Gefühle, alte Wunden.
Dazu gesellt sich die Angst, dem eigenen Kind zu schaden, obwohl man doch eigentlich nur alles gut machen will.
Das ist viel.
Und genau dieser Druck hilft nicht. Er fördert keine gesunde Entwicklung. Er bereitet Kinder nicht besser auf Übergänge vor.
Was Kinder in solchen Phasen wirklich brauchen, ist nicht mehr Druck.
Sie brauchen Halt.
Was es kostet, immer für gute Gefühle zu sorgen
Es ist etwas Schönes, Verbindung herzustellen. Feinfühlig zu sein. Sich zu kümmern.
Doch der Preis dafür kann hoch sein:
– eine Erschöpfung, die sich schleichend aufbaut
– ständige innere Selbstkorrektur
– Schuldgefühle und Scham
– das Gefühl, nie wirklich fertig zu sein
– Wut, die keinen Platz haben darf
– Grenzen, die gespürt, aber nicht gelebt werden
Nicht nur das Tun macht müde.
Auch das ständige innere Mitdenken erschöpft.
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Es ist nicht dein persönliches Problem — es ist Sozialisation
Was mich an diesem Thema so berührt: Es eröffnet kein neues Feld der Selbstoptimierung.
Es geht nicht darum, dir zu sagen:
„Du musst dich eben besser abgrenzen.“
Oder: „Sei einfach mutiger.“
Vielmehr wird sichtbar: Diese Muster haben Geschichte. Sie sind sozial erlernt, strukturell verstärkt und werden oft durch Scham stabilisiert.
Wer aus dieser Rolle aussteigen will, stößt deshalb nicht selten genau dort auf Widerstand. Grenzen setzen fühlt sich dann nicht sofort frei an — sondern erstmal ungewohnt, unsicher und vielleicht sogar schuldbehaftet.
Und genau deshalb ist es so wichtig, darüber zu sprechen.
Was sich in deiner Familie verändern darf
Es geht nicht darum, keine emotionale Arbeit mehr zu leisten.
Kinder brauchen Co-Regulation. Sie brauchen Halt. Sie brauchen Erwachsene, die Gefühle halten können.
Aber dein Job ist nicht, dafür zu sorgen, dass alle jederzeit gute Gefühle haben.
Unterstützen — ja.
Empathisch sein — ja.
Begleiten — ja.
Aber nicht alles wegregulieren. Nicht jede Spannung auflösen. Nicht jede Lücke füllen.
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Gerade für Kinder ist das ein wichtiges Vorbild
Wenn Kinder immer nur erleben, dass Erwachsene sich anpassen, zurücknehmen, alles tragen und nie klar Nein sagen — was lernen sie dann?
Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen zeigen:
– Ich darf mich selbst spüren.
– Ich darf eine Grenze haben.
– Ich darf Nein sagen.
– Ich darf wütend sein, ohne falsch zu sein.
– Ich darf mich wichtig nehmen, ohne egoistisch zu sein.
Was ich dir mitgeben möchte
Wer sich in diesem Thema wiedererkennt, verdient vor allem eines: Entlastung.
Vielleicht bist du nicht zu empfindlich.
Vielleicht bist du nicht zu dünnhäutig.
Vielleicht trägst du einfach sehr viel.
Und vielleicht ist es an der Zeit, dass genau das sichtbar werden darf.
Zwei Fragen zum Mitnehmen
Nicht, um dich zu bewerten. Sondern um dich wieder ein Stück mehr wahrzunehmen:
-
Hast du heute irgendwo Ja gesagt, obwohl dein Körper eigentlich Nein gespürt hat?
-
Gab es in dieser Woche einen Moment, in dem du nett warst — obwohl Nettsein gar nicht die ehrliche Reaktion deines Nervensystems war?
Genau dort beginnt Veränderung.
Nicht mit Härte, sondern mit Bewusstheit.
Zum Schluss
Die emotionale Arbeit, die du leistest, ist real. Sie ist wertvoll. Und sie kostet Energie.
Wer am Ende des Tages müde ist, versagt nicht.
Wer nicht mehr kann, ist nicht „zu wenig“.
Und niemand muss die Feel-Good-Managerin für alle sein.
Halt verändert mehr als Druck.
Schritt für Schritt.
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Laura Fröhlich
Laura Fröhlich ist Autorin, Speakerin und eine kluge, zugleich sehr nahbare Stimme für Frauen, die sich in Mental Load, emotionaler Arbeit und den unsichtbaren Erwartungen des Alltags oft selbst verlieren. Mit ihren Büchern und Vorträgen macht sie sichtbar, was so lange übersehen wurde: dass Erschöpfung nicht einfach ein persönliches Problem ist, sondern oft dort entsteht, wo Verantwortung, Fürsorge und ständige Gefühlsarbeit stillschweigend auf Frauen abgeladen werden.
Mit ihrem Buch „Ich bin nicht mehr eure Feel-Good-Managerin“ gibt Laura Fröhlich nicht einfach neue To-dos oder Selbstoptimierungs-Tipps mit auf den Weg. Stattdessen beschreibt sie ehrlich, klarsichtig und mit viel gesellschaftlichem Bewusstsein, wie Frauen in die Rolle rutschen, für Harmonie, Stimmung und das Wohlergehen aller mitverantwortlich zu sein – in Partnerschaft, Familie, Freundschaften und Beruf. Sie zeigt, warum emotionale Arbeit Kraft kostet, weshalb Scham und Schuld viele Frauen in alten Mustern festhalten und wie entlastend es sein kann, diese Dynamiken endlich zu verstehen.
Laura verbindet persönliche Erfahrung mit fundierter Analyse und schafft damit etwas sehr Wertvolles: Sie spricht über strukturelle Ungleichheit so, dass sie im Alltag spürbar und begreifbar wird. Es geht in ihrer Arbeit nicht darum, Frauen noch besser funktionieren zu lassen. Es geht darum, sichtbar zu machen, was sie längst leisten – und ihnen zu erlauben, Verantwortungslücken stehen zu lassen, Grenzen zu setzen und sich nicht länger für alles zuständig zu fühlen.
Ihre Mission: emotionale Arbeit sichtbar machen, Frauen aus der Erschöpfungsfalle holen und dazu ermutigen, sich nicht länger über Anpassung, Harmonie und permanentes Kümmern definieren zu müssen – sondern über Klarheit, Selbstverbundenheit und echte Gleichwürdigkeit.
Website: https://www.froehlichimtext.de/
Instagram:https://www.instagram.com/mentalload_expertin
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